Ninona hört meine Schritte hinter sich und erschrickt sich furchtbar. Dann entscheidet sie sich doch, weiter zu laufen, biegt um die Ecke und …. oh Schreck – dort sitzt die Versteckperson. Sie weicht zurück, nimmt dann aber doch die Futterbelohnung, die ihr zu gekullert wird.
So sahen unserer ersten gemeinsamen Trails auch. Ninona ist eine Jagdhündin, die schwer traumatisiert aus dem italienischen Tierschutz zu uns kam. Ihr Selbstbewusstsein war zerbrochen, willenlos ließ sie alles über sich ergehen. Die Führung übernehmen, vorangehen, sich freiwillig einem Menschen nähern, etwas können – all das war noch vor einem Jahr völlig unvorstellbar für diese Hündin.
Mittlerweile sieht das allerdings völlig anders aus. Hochmotiviert und mit ordentlich Zug auf der Leine sucht eine selbstbewusste Ninona auf dem Trail und scheut sich auch nicht davor, mit Anlauf in einen Bach zu springen, wenn der kürzeste Weg zur Versteckperson durch diesen führt.

Als ich Fenja zum ersten Mal sah, war sie 9 Wochen alt und ein flauschiges Hundebaby. Ich durfte sie durch den Welpenkurs begleiten und beobachten, wie sie die Welt entdeckte. Und jetzt mit sechs Monaten ist sie schon eine richtig tolle Mantrailerin.
Auch für ihre Hundeführerin ist das spannend. Eben hatte sie ihrem Welpen noch die Welt erklärt und nun übernimmt derselbe Hund beim Mantrailen souverän, selbstsicher und konzentriert die Führung und zeigt ihr den Weg. Bei ihrem dritten Mantrailingtraining hat sie mühelos zwei 500 Meter Trails mit jeweil drei Kreuzungen gesucht – ohne jede Hilfe. Frauchen kann noch kaum glauben, dass ihr kleiner Hund das wirklich schon kann!

Egal ob Tierschutzhund oder Welpe – dein Hund wird sich durch das Mantrailen verändern. Er wird souveräner und selbstbewusster. Auch eure Beziehung zueinander wird eine andere. Dein Respekt vor deinem Hund wird wachsen, du wirst lernen, ihm zu vertrauen, und ihr werdet zu gleichwertigen Partnern in einem Team werden.

