oder: Die Magie des Mantrailens.

Ninona kam zu uns – eigentlich nur als Pflegehund – , weil sie sich im Canile völlig aufgegeben hatte. Sie war nicht nur ängstlich, nein, sie wehrte sich in erlernter Hilflosigkeit gar nicht mehr und saß auch nach ihrer Ankunft noch lange Zeit nur apathisch in der geschütztesten Ecke.
Ninona ist immer noch ängstlich, zumindest dann, wenn wir ihre Sicherheitszone verlassen oder gar fremde Menschen auftauchen, aber sie ist schon viel mutiger geworden. Eine wahre Transformation jedoch erlebt dieser Hund beim Mantrailen.

Heute Nachmittag – einer dieser Magic Moments: Ich übergebe Ninona die Führung – und sie übernimmt diese gerne. Sie zweifelt nicht an ihren Fähigkeiten, auch nicht, als es schwierig wird. Sie kommt gar nicht auf die Idee, bei mir nachzufragen. Im Gegenteil: Sie sieht die Schwierigkeiten als Herausforderung. Man spürt geradezu über die Leine, wie ihr Ehrgeiz geweckt wird, wie die Motivation steigt, wie es ihr Freude bereitet, mich durch dichtes Buschwerk mitzunehmen.
Ich kann es spüren, das Glück in ihr: „Ich kann was. Ich darf was. Ich bin wer. Ich habe hier die Führung…., weil ich es kann!“
Wir trailen selten miteinander, aber dann in der Regel im Doubleblind. Ich verlasse mich ganz auf diesen verängstigten, traumatisierten Hund, der auf einmal selbstbewusst, souverän und mutig seinen, nein unseren Weg findet. Das sind die Wunder des Mantrailens. Während ich die Magie über die Leine spüre, fühle ich pures Glück. Und natürlich findet sie. Das war ein richtig schwieriger Trail. Mega gut, Ninona!
