Über Leinenmaterialien und – längen beim Mantrailen kann man sich streiten – oder eben nicht. Man kann auch ganz nüchtern Vor- und Nachteile analysieren – wobei auch das sicher wieder einen subjektiven Touch hat.
Anfänger-Tipp

Mein Tipp für jeden Anfänger: Beginnt mit einer Schleppleine, die ihr sowieso schon habt – irgendetwas zwischen 5 und 10 Metern – lieber ein bisschen kürzer als länger. Und dann probiert ein bisschen herum, schaut mal, mit was die anderen so arbeiten, testet euch durch, macht erste Erfahrungen… und irgendwann dann, wenn ihr wisst, dass ihr dabei bleiben wollt, dann investiert ihr in die Leine, die in Material und Länge zu euch als Team passt.
Material


Leder
Mein persönliches Lieblingsmaterial! Es gleitet wunderbar durch die Hand und fängt die Bewegungen des Hundes sanft und natürlich auf, ist leicht, schlackert nicht und ist dabei immer noch gut griffig – auch bei Feuchtigkeit. Aber vorsicht: Auch bei Fettlederleinen gibt es große Qualitätsunterschiede!
Gleitfähigkeit +++++
Fehlende Gefahr der Hautverbrennung +++++
Griffigkeit ++++
Griffigkeit bei Nässe +++
Dehnbarkeit +++++
Verhedderungsresistenz ++ (je breiter, desto weniger)
Leichtigkeit +++++
Fehlende Schlackerneigung +++++
Schmutzunempfindlichkeit ++ (regelmäßige Pflege notwendig)
Empfohlene Breiten nach Körpergewicht des Hundes:
- < 10 kg KG – 8 mm
- 10 – 25 kg KG – 10 mm
- 25 – 35 kg KG – 12 mm
- > 35 kg KG – 15 mm

Biothane oder Vergleichbares
Biothane oder vergleichbares Material gibt es in sehr unterschiedlich Qualität. Es empfiehlt sich, auf gute Griffigkeit, geringe Steifigkeit, geringes Eigengewicht und geringe Tendenz zum Verheddern zu achten. Die folgende Bewertung gilt für eine ideale, 12 mm Biothane Leine.
Gleitfähigkeit +++++
Fehlende Gefahr der Hautverbrennung ++
Griffigkeit ++++
Griffigkeit bei Nässe +++
Dehnbarkeit +++
Verhedderungsresistenz ++++
Leichtigkeit +++
Fehlende Schlackerneigung +
Schmutzunempfindlichkeit +++++
Bei der Breite würde ich nie mehr als 12 mm wählen, um die Schlaufen noch gut mit einer Hand greifen, ausgeben und aufnehmen zu können.

Textil
Textilleinen gibt es ebenfalls in unterschiedlichster Ausführung. Reines Schlauchband hat zu wenig Gripp und einen zu harten Rand. Gummierte Leinen haben zu viel Gripp und gleiten nicht ordentlich durch die Hand. Beide Formen sind auch sehr schmutzempfindlich und werden schnell hart und unhandlich. Nur speziell für das Mantrailen entwickelte Leinen (siehe Foto) sind gut geeignet und werden im Folgenden beurteilt.
Gleitfähigkeit +++++
Fehlende Gefahr der Hautverbrennung +++
Griffigkeit ++++
Griffigkeit beiNässe ++++
Dehnbarkeit +++
Verhedderungsresistenz +++
Leichtigkeit +++
Fehlende Schlackerneigung ++++
Schmutzunempfindlichkeit ++

Länge
Die Wahl der Leinenlänge hängt sehr von deinen Trailgewohnheiten und den Vorlieben deines Hundes ab – und sicher auch von dem Gelände, in dem ihr überwiegend trailt. Ich habe eine 10 Meter und eine 7 Meter Leine.
Vorteile einer kürzeren Leine (6 – 7 Meter)
Eine kürzere Leine verheddert sich weniger und ist leichter zu händeln. Im urbanen Raum reicht sie immer aus.
Vorteile einer längeren Leine (8 – 10 Meter)
Eine längere Leine gibt deinem Hund im offenen Raum mehr Freiheit zu arbeiten und kann auch in anspruchsvollem Gelände sehr hilfreich sein.

Fazit
Gute Lederleinen, wirkliche gute Biothaneleinen und speziell für das Mantrailen entwickelte Textilleinen haben ihre Berechtigung und ihre Einsatzgebiete – genauso wie kurze und lange Leinen. Manchmal kann aber auch ein Wechsel des Leinenmaterials oder eine Veränderung der Leinenlänge die Dynamik eines Teams zum Guten verändern. Die Entscheidung ist also nicht willkürlich sondern individuell zu treffen.

