Anfänger-Tipp

Mein Tipp für jeden Anfänger: Beginnt mit einem Geschirr, das ihr sowieso schon habt – vorausgesetzt es ist kein Norwegergeschirr und erfüllt die grundlegenden Kriterien einer korrekten Passform. Und dann probiert ein bisschen herum, schaut mal, mit was die anderen so arbeiten, testet eventuell sogar mal das eine oder andere Geschirr… Wenn ihr dann wisst, dass ihr dabei bleiben wollt, dann investiert ihr in euer exlusives Trailgeschirr.
Ein exklusives Geschirr – nur für´s Mantrailen – ist allerdings sehr sinnvoll. Das An- bzw. Ablegen wird für deinen Hund ein Zeichen für den Arbeitsbeginn und den Feierabend (siehe Rituale).
Checkliste

Kraftverteilung
- Druckpunkt: Der Punkt, an dem der größte Teil der Kraft übertragen wird, liegt idealerweise über dem Brustbein.
- Zugpunkt: Der Zugpunkt liegt bei einem Mantrailinggeschirr zwischen der Mitte der Wirbelsäule und dem Rutenansatz.
- Zugpunkt nach Temperament: Sehr hibbelige Hunde profitieren häufig von einem Zugpunkt in der Mitte der Wirbelsäule.
- Polsterung: Eine gute Polsterung besonders an den Stellen, an denen die Kraft übertragen wird, sollte selbstverständlich sein. Auch die Verschlüsse und die Auflagefläche des Karabiners sollten unterpolstert sein.
Verrutschen
- Das seitliche Verrutschen des Geschirrs bei versetzter Leinenführung kann sensible Hunde durchaus irritieren. Je nach Güte der Passform, Material der Polsterung und Breite der Auflagefläche verrutschen Geschirre mehr oder weniger. Auch Position und Art des Zugpunktes spielen eine Rolle.
- Zuggeschirre aus dem Canicross verrutschen häufig stark seitlich und sind eher eine Notlösung für Hunde mit Wirbelsäulenproblemen.
Bewegungsfreiheit
- Schulterblätter: Die Bewegung der Vorderbeine erfolgt über eine Auslenkung der Schulterblätter nach vorne bis weit vor die Halswirbelsäule. Diese Bewegung darf niemals durch einen Quergurt, einen zu breiten Bruststeg oder eine zu breite Brustplatte behindert werden.
Empfindliche Strukturen
- Kehlkopf: Der Kehlkopf sollte frei sein und auch bei gesenktem Kopf in Suchhaltung und unter Zug sollte kein Röcheln zu hören sein.
- Achseln: Der Abstand der seitlichen Gurte zu den empfindlichen Strukturen dort sollte bei kleinen Hund drei und bei großen 5 Finger breit sein.
- Rippen /Bauchraum: Die seitlichen Gurte müssen noch über den von der 13. Rippe geschützten Bereich laufen, um Verletzungen im Bauchraum zu vermeiden.
Pufferung
- Neuerdings gibt es ein Mantrailinggeschirr mit integrierter Pufferung um versehentliche Leinenrucks sensibler abzufangen.
Thermoregulation
- Eine große Auflagefläche verhindert dort die Wärmeabgabe und kann die Erhöhung der Körpertemperatur während des Trailens zusätzlich verstärken.
Sicherheit
- Wenn es nicht auf Kosten von Passform oder Funktionalität geht, darf natürlich auch eine Signalfarbe oder integrierte Beleuchtung eine Rolle bei der Auswahl spielen. Diese Funktionen lassen sich aber sonst auch durch eine Kenndecke, Warnhalsung oder zusätzliche Beleuchtung ergänzen.
Fazit
Textil oder Leder, von der Stange oder individuell gefertigt – letztlich muss ein Geschirr DEINEM Hund passen und das weißt du erst, wenn du es unter Zug getestet hast. Erst dann zeigt sich, ob es uneingeschränkt alle obigen Kriterien erfüllt oder ob du es leider wieder umtauschen musst. 😉












