Muss der Mantrailer dort laufen, wo die Versteckperson gelaufen ist? Wenigstens so ungefähr? Manche Trainer fordern das. Wir nicht, denn wir halten das für totalen Unsinn.
Unsere Hunde sollen im Geruch arbeiten – im frischesten Geruch. Wo der ist, wissen sie am besten. Wir auch ein bisschen, denn wir sehen es an der Körpersprache unserer Hunde & manchmal nutzen wir auch Seifenblasen, um die Geruchsverteilung sichtbar zu machen.

Diese Grafiken verdeutlichen, warum der Laufweg der Versteckperson nicht dem Laufweg des Mantrailers entsprechen muss:


Ein Beispiel aus der Praxis zeigt das auch sehr deutlich. Im Folgenden seht ihr, wie unterschiedlich ein fast exakt gleich gelegter Trail von Paula und Lina gearbeitet wurde, nur weil sich der Wind in der Zwischenzeit um 180°Grad gedreht hatte und bei Lina deutlich abgeflaut war und die Verstecke etwas unterschiedlich gewählt wurden. Beide Mantrailer haben durchgehend motiviert im Geruch gearbeitet.


Nun könntet ihr sagen: „Ist doch egal, wenn ich meinem Hund beibringe auf dem Laufweg zu arbeiten, oder? Dann arbeitet er eben exakter.“ – Genau das ist ein fataler Irrtum. Denn auf dem Laufweg der Versteckperson befindet sich möglicherweise gar kein Geruch. Deswegen würde der Hund dort auch nie suchen. Durch deine Vorgabe lernt er zwei Dinge: 1. „Ich soll nicht im Geruch arbeiten, sondern dort laufen, wo mein Hundeführer mich hinschickt.“ & 2. „Wenn ich mich auf die Informationen meines Hundeführers verlasse, finde ich die Versteckperson.“ – Das sind zwei Lernziele, die ich für unsere Hunde NIEMALS hätte (,denn ihr könnt euch ausmalen, was dann passieren würde, wenn der Hundeführer & der Trainer auch nix mehr wissen), und darum arbeiten sie im Geruch. So einfach ist das.