Auf dieser Seite geht es um zwei große Themen:
- Was kannst du tun, bevor ein Hund wegläuft, um ihn im Falle des Weglaufens leichter wiederzufinden? (Trainingsthemen klammere ich hier bewusst aus.)
- Was kannst du tun, wenn dein Hund bereits entlaufen ist?
Dabei gebe ich dir zunächst einige allgemeine Tipps mit an die Hand und erkläre dir anschließend den Sinn und die Erstellung eines Referenzgeruches für Pettrailer.

#Wuffiweg
Was kannst du VORHER tun?
1. Hund chipen UND bei Tasso (mit Foto) registrieren!
2. Tracker kaufen, aufladen UND auch am Hund haben!
3. Geruchsprobe des Hundes für Pettrailer aservieren! (Anleitung s.u.)
4. Rückrufpfiff klassisch konditionieren!
Was kannst du tun, wenn der Hund weg ist?
1. Ruhe bewahren! Nicht mit fremden Menschen schreiend durch die Gegend rennen!
2. Einer bleibt immer am Verlustort! Am besten ist der gleichzeitig der Koordinator und für alle über Handy zu erreichen.
3. von daheim entlaufen: Gartentür/Terassentür offen lassen, Körbchen rauslegen, Fleisch ans Haus hängen, Futter raus stellen, Kamera aufstellen
4. von unterwegs entlaufen: vertrauten Geruch auslegen, Kamera aufstellen, Futter auslegen
5. immer: sternförmige Rückspuren legen, evtl. mit Wurstwasser, auf jeden Fall mit dem Eigenruch der Bezugspersonen
6. Kriterien für Pettrailer: Leine dran?, Art der Leine?, Alter, Krankheit, Verletzungen, Verlustdauer, Verlustort, Verlustursache – mit anderen Worten: Pettrailen kann Segen oder Fluch sein und wir versuchen, nur dann zu starten, wenn wir helfen und nicht schaden!!!

7. Informieren: Tasso, Polizei (erneut nach Schichtwechsel), Straßenwacht, Tierheime, Tierärzte, Jäger, Jagdpächter, Förster, andere Hundehalter und örtliche Facebookseiten!
8. Flyern! Tassoflyer ausdrucken und sich dabei helfen lassen!
9. Helfer informieren: Nicht jagen, rufen oder einfangen! Keine öffentlichen Sichtungsmeldungen! Kommunikationsweg muss klar kommuniziert werden!
9. Beten! Ich wünsche euch das Beste, falls ihr in diese Situation kommt. Ihr dürft mich gerne jederzeit anrufen.
#Referenzgeruch #Geruchsprobe #Geruchsartikel
Ist ein Hund oder Mensch verschwunden und soll ein Man-/Pettrailer eingesetzt werden, braucht dieser einen Referenzgeruch – quasi einen Arbeitsauftrag – eine Geruchsprobe. An dieser Geruchsprobe sind immer mehrere Gerüche. Die Hunde suchen entweder den frischesten oder den stärksten Geruch dieser Probe (je nach Anlage und Ausbildung), haben aber alle gelernt, Personen und Tiere auszuschließen (also deren Geruch nicht zu arbeiten), deren Geruch zwar an der Probe ist, die aber im Startbereich anwesend sind. Fremdgeruch an einer Geruchsprobe bezeichnen Man-/Pettrailer als Kontamination. Das muss man wissen, wenn man eine Geruchsprobe von seinem Tier oder einem Angehörigen herstellen und konservieren möchte.
Im weiteren möchte ich nun zwei Situationen unterscheiden: den Notfall und die prophylaktisch erstellte Geruchsprobe.
Beginnen wir mit dem Notfall. Dein Hund ist entlaufen. (siehe Bild 2)
In der Regel gibt es im Haushalt relativ wenig Gegenstände, an denen NUR der Geruch des Hundes ist. Gut ist nun, wenn du Gegenstände findest, an denen nur der Geruch des Hundes und der von Lebewesen ist, die mit zum Ausschließen an den Start kommen können. Die drittbeste Variante ist, wenn es nur Lebewesen sind, die zumindest nicht im Suchgebiet unterwegs waren.
Nun nimmst du dir für jeden dieser Gegenstände (Decke, Geschirr, Halsband, Bürste, Haare, Kauartikel, Mantel, Handtuch…) eine eigene Tüte ohne antibakterielle Beschichtung.
Du kannst dir dabei Einmalhandschuhe anziehen, du kannst es aber auch lassen, denn du kontaminierst sowieso alles (und hast wahrscheinlich längst alles kontaminiert) und MUSST zum Ausschließen am Start sein, denn du verlierst ständig Hautschuppen, Körperflüssigkeiten u.v.m. – im übrigen die Voraussetzung für Man-/Pettrailing (siehe Bild 1).

In jede Tüte packst du ein paar sterile Kompressen oder saubere Taschentücher oder Blätter von einer neuen Küchenpapierrolle.
Dann verschließt du die Tüten mit einem Clip. Nur du behältst die Tüten in der Hand, öffnest sie, und gibst den Hundeführern einzelne Duplikate (z.B. eine Kompresse) heraus. So bleibst du die einzige Person, die die Geruchsartikel kontaminiert hat und zum Ausschließen am Start sein muss – egal, welcher Hund sucht.

Willst du prophylaktisch Geruchsartikel herstellen besorge dir Ziptüten, sterile Kompressen und neue Schraubgläser! (siehe Bild 3)
Wieder gilt: Über die Verwendung von Handschuhen kann man streiten. Ja, sie reduzieren deinen Geruch am Geruchsartikel, aber sie dürfen dich nicht in der Sicherheit wiegen, du hättest ihn nicht kontaminiert. Die Man-/Pettrailer unter euch wissen, was der Bodystream ist und wie viele Hautzellen wir pro Minute verlieren. Was glaubst du, wo die landen? Und wer verwendet sterile Handschuhe und zieht sie auch entsprechend an, ohne die Außenseite zu berühren?
Du nimmst die Kompressen oder Taschentücher aus einem frischen Päckchen und reibst damit kräftig unter den Achseln und in der Leiste. Dabei versuchst du, immer auch ein paar Haare zu erwischen. So wandern 6-8 Läppchen pro Hund in einen Zipbeutel.
Die Luft wird rausgedrückt, der Beutel verschlossen, gefaltet, in das Schraubglas gesteckt, das Schraubglas verschlossen, beschriftet (Name Tier, Name Probenersteller, Datum) und in den Tiefkühler (alternativ an einen kühlen, dunklen Ort) gestellt.
So halten sich Geruchsproben am längsten, wobei es tatsächlich keine Studie zur absoluten Mindesthaltbarkeit gibt.
